Weltunordnung

Weltunordnung – der Podcast zu internationaler Politik der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Seien es heiße Kriege, die die Regeln der internationalen Politik unterminieren, Handelskriege, die die Grundlagen der kapitalistischen Globalisierung infrage stellen, oder ökologische Krisen, die unsere menschliche Fortexistenz bedrohen – die Weltordnung, die noch vor wenigen Jahren als stabil galt, gerät zunehmend ins Wanken. Doch was folgt daraus? Kehren wir zurück zum Recht des Stärkeren – oder eröffnet sich ein Möglichkeitsfenster für eine gerechtere Welt?

«Weltunordnung» nimmt diese Fragen ernst – und blickt aus sozialistischer Perspektive auf internationale Politik. Alle zwei Wochen sprechen die Hosts Pauline Jäckels und Felix Jaitner mit Expert*innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik über Themen, die mal prominent in den Schlagzeilen stehen, mal jenseits medialer Aufmerksamkeit liegen – aber immer politisch relevant sind.

Statt Alarmismus und schneller Empörung bietet der Podcast vertiefte Analysen: historisch fundiert, polit-ökonomisch durchdrungen und empathisch gegenüber solidarischen Perspektiven von unten. Ob geopolitische Machtverschiebungen, soziale Bewegungen oder globale Krisen – wir fragen:

Was sind die Ursachen und Konstellationen?
Wer handelt, wer leidet – und wer profitiert?
Welche linken Antworten braucht es – hier und weltweit?

Pauline Jäckels ist seit April 2025 Meinungsredakteurin bei der taz. Davor arbeitete sie zwei Jahre lang als Redakteurin für parlamentarische Berichterstattung für nd. Sie studierte Wirtschafts- und Politikwissenschaften im Bachelor und Internationale Beziehungen mit Fokus auf die MENA-Region im Master. Zu ihren Kernthemen gehören die deutsche Israelpolitik und Public Diplomacy.

Felix Jaitner ist Senior Researcher beim Institute for Global Reconstitution (IGrec), einem Think Tank in Berlin. Er arbeitet zu Fragen internationaler Politik, Konfliktforschung und ungleicher Entwicklung.

Feedback, Lob und Kritik erreichen uns unter weltunordnung@rosalux.org.

Weltunordnung

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„Das Völkerrecht ist tot, jetzt gilt wieder das Recht des Stärkeren.“ So lautet die Meinung der einen, die auf die Völkerrechtsbrüche der vergangenen Jahre verweisen: in Gaza, in Venezuela, in der Ukraine, im Sudan und aktuell im Iran. Andere wiederum weisen darauf hin, dass das Völkerrecht nie wirklich galt. Schon immer hätten sich die Stärkeren das Recht herausgenommen, das Völkerrecht zu missachten, und sie verweisen auf die letzten Jahrzehnte, die von unzähligen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen, etwa durch die USA und ihre Alliierten, geprägt waren. Sie fragen: Was bringt das Völkerrecht, wenn es kaum umgesetzt wird und Staaten nur dann darauf pochen,...

Wird Trumps Rechnung aufgehen, Loren Balhorn?

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Die US-Regierung entfesselt eine Welle der Gewalt. Auf die Intervention in Venezuela und die Entführung von Staatspräsident Nicolás Maduro Anfang Januar folgte kaum einen Monat später der Beginn der Angriffe auf den Iran gemeinsam mit Israel.

Mit Hilfe der Polizei- und Zollbehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit (ICE) und der Nationalgarde treibt US-Präsident Donald Trump parallel die Militarisierung der Innenpolitik voran. Bei der Jagd auf vermeintlich illegale Migrant*innen wurden zwei Zivilist*innen durch ICE-Beamte getötet.

Welche Absicht verfolgt die US-Regierung mit ihrer Politik? Warum begrüßt die Bundesregierung die völkerrechtswidrigen Interventionen, obwohl sie doch an anderer Stelle das Ende der regelbasierten Ordnung...

Wem gehört die Arktis, Ebbe Volquardsen?

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52m 45s

Die USA greifen nach Grönland, Großbritannien entsendet einen Flugzeugträger in den Nordatlantik und China erweitert seine Eisbrecherflotte. Wird die Arktis zum nächsten Schauplatz im Kampf der Großmächte um Einfluss und Rohstoffe?

Die Arktis ist eine der Regionen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Doch statt auf Kooperation und Umweltpolitik zu setzen, treiben die Anrainerstaaten die Militarisierung der Region weiter voran. Auch die Europäische Union und Deutschland mischen kräftig mit. In der Arktis-Strategie von 2022 wird die Region als „in Bezug auf den Klimawandel, Rohstoffe und geostrategische Fragen für die Europäische Union von großer strategischer Bedeutung“ eingestuft. Die Bundesregierung unterstützt...

Hat Rojava unter Ahmad al-Scharaa eine Zukunft, Rosa Burç?

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63m 34s

Im Januar hat die syrische Regierung unter Ahmad al-Scharaa die kurdische Selbstverwaltung Rojava in Nordostsyrien angegriffen. Der syrische Präsident will die Kontrolle über das gesamte Land erlangen, während die kurdische Führung zwar zu einer Integration bereit ist, aber ihre Autonomie teilweise bewahren will. Da man in monatelangen Verhandlungen zu keiner Einigung kam, wollte al-Scharaa offenbar seine Verhandlungsposition militärisch verbessern und die kurdische Seite in die Ecke drängen.

Und genau das scheint gelungen zu sein. In nur wenigen Tagen nahmen die syrischen Regierungstruppen große Teile der kurdisch kontrollierten Gebiete ein. Circa 150.000 Menschen mussten in einer ohnehin prekären humanitären Situation fliehen....